Marie-Christine

Ein Schauspiel in fünf Akten von Ingo Sax   4D 5H 1Dek

Zu Zeiten der Freiheitsbewegung im deutschen Reich: Nach einer feurigen Sonntagspredigt des Pastors Dulon, die die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Bremer Justiz anprangert, ist Aufruhr in Bremen. Die resolute Haushälterin Bertha rettet Dulon aus der aufgebrachten Menge in ihre Küche und versteckt ihn nun im Haus vor der Justiz, die ihn überall sucht. Unterdessen sorgt ein hämisches Flugblatt für weiteren Aufruhr. Alle schreiben dies Dulon zu, und er wird zum gesuchten Feind Nummer eins. Die Krawalle nehmen mehr und mehr zu, denn die armen Leute stellen sich schützend vor Dulon, als die Stadt durchsucht wird. Allein bei den Künstler-Damen wird er nicht vermutet. Als diese ein paar Tage verreisen, um den Unruhen nicht weiter ins Gesicht sehen zu müssen, wird Bertha verhaftet, denn man hat herausgefunden, dass aufrührerische Schriften aus ihrem Haus geschleust wurden. Man vermutet, sie wisse, wo Dulon sei. Als man von dieser Verhaftung erfährt, kann niemand sich mehr aus der Sache heraushalten. Marie-Christine kehrt zurück und outet sich überraschend als Verfasserin des Pamphlets und vieler Kampfgedichte gegen Armut und Unterdrückung. Dulon taucht wieder auf, ein ganzes wütendes Viertel steht hinter ihm. Nun wird Dulon vom wütenden Pfarrer zum klugen Politiker, der ein blutiges Niederschlagen des Krawalls mit militärischer Gewalt gerade noch verhindern kann – nicht aber, ohne mit der Gegenseite verhandeln zu müssen. Und auch Marie-Christine hat ihre politische Aufgabe gefunden ...
Mit diesem Schauspiel fängt Ingo Sax wieder einmal ein Stück Geschichte lebensnah für die Bühne ein. Er stellt an dem spannenden Beispiel der Künstlerin Marie-Christine und des scheuen Pastors Dulon vor, wie gesellschaftliche Umstände Menschen zu politischen Wesen reifen lassen.

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