Herren un Lüüd

Niederdeutsches Schauspiel von Ingo Sax   6D 6H 1Dek

Zur Gründerzeit auf dem großen Hof Hermannsberg. Roland Bohn hat die Geschäfte nach dem Tod seines Vaters übernommen. Er ist kaltschnäuzig und hängt leidenschaftlich der Theorie der natürlichen Auswahl der Stärksten an. Selbst zählt er aber nur von Geburt dazu, leisten kann und will er nicht viel. Dienstboten und Knechte sind für ihn nicht sehr viel anders als Vieh. Funktioniert es nicht mehr, wird es ausgetauscht – oder notgeschlachtet. Mit „Humanistätsduselei“ soll ihm niemand kommen – auch nicht seine alte Mutter, die noch auf dem Hof lebt. Doch ihre Argumente sind stark, und gegen sie kommt er nicht an. Lieber auf den Schwächeren rumhacken, wie Großknecht Peter, der eigentlich den ganzen Hof am Laufen hält. Aber auch der weiß, was seine Rechte sind, und er und die Hofarbeiter tun sich zusammen, und bestehen mehr und mehr auf ihre Rechte. Mutter Bohn ist verbittert. Die alte Ordnung gerät zusehends ins Wanken, und ihr eigener Sohn ist ein Betrüger und Säufer, der den Hof herunterwirtschaftet. Da taucht unerwartet die ehemalige Bedienstete Mamsell Möller auf, und mit ihr Klarheit über Peters eigentliche Herkunft. Peter, der als Waise auf dem Hof aufgenommen wurde, ist nämlich ihr Sohn – mit dem alten Bohn. Roland hat also einen Halbbruder. Mamsell Möllers hat Geld geerbt. Sie könnte es dem Hof zukommen lassen – aber nur, wenn ihr Sohn zu seinem Recht kommt. Als ein Gläubiger von der Bank auf Hermannsberg auftaucht, kommt es zum überraschenden Showdown.
Autor Ingo Sax stellt ein spannendes Exempel über den Gesellschaftswandel zur Gründerzeit mit starken Charakteren und konfliktträchtigen Konstellationen auf die Bühne. Ein Stück Mikrogeschichte, das historische Vorgänge sehr greifbar werden lässt.

Niederdeutsch

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