Güstern eerst un morgen wedder

Eine Alltäglichkeit für die niederdeutsche Bühne von Ingo Sax   4D 7H 2Dek

Landwirt Rolf hat alle Hände voll zu tun, um den geerbten Hof in Schuss zu halten. Noch dazu, wo seine Stadt-verwöhnte Frau Carola auf den versprochenen schicken Anbau pocht. Doch das Geld reicht hinten und vorne nicht. Um zu bekommen, was sie möchte, arrangiert Carola ein Treffen mit dem Juristen und Familienfreund Dr. Heimbuch, der die Kate, die zum Hof gehört, unbedingt erstehen will. Diese aber gehört, wie sich nun herausstellt, seit dem Todestage der Eltern, nicht mehr zum Hof, sondern wurde der alten Zigeunerin Munja überschrieben. Wie sich herausstellt, kennt Dr. Heimbuch die Frau aus dunklen NS-Zeiten, und sie haben noch eine Rechnung offen. Und Munja rechnet mit ihm ab, wissend, dass alle an dem Geschäft Interessierten im Nebenraum nun endlich die Wahrheit hören …
Dieses Stück berichtet von einem Verbrechen zur Nazizeit, das aufgedeckt wird und einer menschlichen Tragödie, entstanden aus Eifersucht und Neid. Es stellt dabei vor allem menschliche Schwächen und Begierden in den Vordergrund, die damals wie heute fatale Folgen haben können. Klug gearbeitet und hochspannend ist diese „Alltäglichkeit“, wie sie Sax explizit nennt, ein zeitloses Beispiel und ein guter Griff für eine Bühne, die einmal ein ernstes Thema zeigen möchte.

Niederdeutsch

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