Lantana Manchmal ist Liebe nicht genug

(Speaking in Tongues)

von Andrew Bovell. Deutsch von Terence French   2D 2H - (in gesamt 9 Rollen) - Einheitsdek.

U: Griffin Theatre Company at The Stables, Sydney, 06.08.1996, Regie: Ros Horin - DSE: Thalia-Theater Hamburg, 25.10.2003, Regie: Stephan Kimmig - SE: Stadttheater Bern, 30.10.2003, Regie: Stefan Suske

Dem australischen Autor Andrew Bovell gelingt mit diesem Stück ein spannendes, aufregendes Vexierspiel über menschliche Beziehungen. Nur scheinbar haben die drei Teile des Schauspiels kaum etwas miteinander zu tun. Tatsächlich aber gibt es zwischen den auftretenden Personen und den erzählten Geschichten eine Fülle von Querverweisen, die das Zuhören und Zusehen ungewohnt und spannend machen. Es sind alltägliche Beziehungskatastrophen, die Bovell erzählt: Dass Pete mit Jane verheiratet ist und Leon mit Sonja, ist normal; dass Leon ein Verhältnis mit Jane hat und Pete fast eins mit Sonja, ist verwirrend; dass alle vier sich im Laufe des ersten Teils kennen lernen, macht das Leben schlicht absurd. Aber wie der Autor diese Geschichte erzählt, mit Dialogüberschneidungen und kriminalistischer Spannung, mit Gegenschnitten zwischen den Dialogen und Szenen, das macht diese scheinbar einfache Geschichte ungewöhnlich und erschreckend. Wenn dann in den folgenden Teilen neue Geschichten und neue Figuren hinzu kommen, die auf aberwitzige und clever entwickelte Weise mit den Geschehnissen des ersten Teils verquickt sind, dann wird der Theaterbesuch zum intellektuellen Vergnügen. Und am Ende, wenn so viele Personen dieses nicht linear erzählten Theaterabends sich in Raum und Zeit aufgelöst zu haben scheinen, weiß man, dass man ein ungewöhnliches, bitteres Stück gesehen hat, das man so schnell nicht vergessen wird.

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Andrew Bovell ist nicht nur Theaterfans ein Begriff – auch als Drehbuchautor von Leinwandhits wie „Strictly Ballroom“ oder „A most wanted man“ hat sich der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Australier längst einen Namen gemacht. „Speaking in Tongues“, 2001 verfilmt als „Lantana“, rückte den Australier schlagartig auch als Dramatiker ins internationale Rampenlicht: Zufällige Begegnungen, zwei Paare, die Seitensprünge wagen, das mysteriöse Verschwinden der Therapeutin Valerie. Was zunächst scheinbar nichts miteinander gemein hat, verfängt sich zusehends in einem ebenso geheimnis- wie verhängnisvollen Geflecht – giftig und dornig wie die namensgebende australische Pflanze. „Lantana“ setzt sich collagenartig zusammen. Aus kleinen, kunstvoll arrangierten Szenen entwickeln sich drei eigenständige Geschichten und enthüllen erst nach und nach ihre komplexen Zusammenhänge. Bovell verquickt die Personen und Geschehnisse clever wie effektvoll und gibt seinem Stück dadurch einen faszinierenden wie verstörenden Sog. Parallelszenen, Rückblenden, Dialogüberschneidungen oder Gegenschnitte verbinden komplexe Beziehungsdramen mit einem Kriminalfall. Erzählt wird von der dunklen Seite der Liebe – von Betrug und Gleichgültigkeit, von Einsamkeit und Not, von immer enger sich verstrickenden Beziehungsgefügen, dessen emotionale Extreme ein rätselhafter Todesfall auf der einen und die zarte Hoffnung auf Versöhnung und Neuanfang auf der anderen Seite bilden. Ein hochspannendes Stück, ein intellektuelles Vergnügen ebenso wie ein eindrückliches emotionales Erlebnis. Als „Prachtbeispiel eines geglückten Theaterexperiments“ (Donaupost; 04.12.2007 / Theater Regensburg) und „eine Versuchsanordnung über den Verlust von Träumen und Illusionen der Menschen“ (Niedersächsiche Allgemeine; 11.09.2006 / Kleine Bühne 70, Kassel) wird „Lantana“ seit seiner deutschen Erstaufführung in der Regie von Stephan Kimmig im Hamburger Thalia-Theater im Jahr 2003 auch im deutschsprachigen Raum gefeiert. Und bis heute begeistern sich Bühnen und Publikum für dieses „genial durchdachte Stück mit seiner faszinierenden Dramaturgie“ (Zevener Zeitung; 06.11.2009 / InKOGGnito Ostereistedt). Dabei hat sich immer wieder gezeigt: „Lantana“ funktioniert sowohl auf kleinstem Raum als auch auf der großen Bühne. Zuletzt zu sehen war das Schauspiel im Vorarlberger Landestheater in Bregenz sowie beim Revierstudio Dortmund. „Spannungsgeladen, hoch emotional, erschütternd“, kommentierte das Dortmunder Heft LULO4 (Nr. 244; 20.10.2015). Aus Bregenz berichteten die Vorarlberger Nachrichten (20.05.2015) von „sehr starken Momenten“ und einem Publikum, das „heftig applaudierte“. In der Spielzeit 2017/18 wird das Drama in Ebersberg zu sehen sein. Lantana , Großes Schauspiel auf den Spielplan! 09.11.2016

07.05.19   Metropoltheater   80939 München Premiere

04.01.19   Voralpentheater   CH-6005 Luzern Premiere

27.10.18   HageButze Theatergruppe "SpielReflex"   69115 Heidelberg Premiere

08.03.18   Kleine Jorker Bühne   21635 Jork Premiere

26.10.17   Theater Zwischenton   85560 Ebersberg Premiere

18.10.15   Revierstudio Dortmund   44328 Dortmund Premiere

19.05.15   Vorarlberger Landestheater   AT-6900 Bregenz Premiere

08.02.11   Theater Luegallee   40545 Düsseldorf Premiere

11.02.05   Landestheater Salzburg   AT-5020 Salzburg Premiere

30.10.03   Stadttheater Bern   CH-3000 Bern Premiere

25.10.03   Thalia Theater   20095 Hamburg Premiere