Von Ma(i)l zu Ma(i)l

Komödie von Frank Pinkus   1D 2H 1Dek

U: Packhaustheater Bremen, 22.06.2000

Sie sind alle drei zwischen 28 und 35 und ziemlich moderne Menschen: der Fahrradspezi Mark, sein Bruder, der Bundesliga-Fußballer Knut und die Buchhändlerin Nina wissen, wie man sich heutzutage kennenlernen kann: natürlich per Internet, per "Mail" oder per "Chat". Aber man kann im "Chatroom" Rollen annehmen, die nur schwer zu durchschauen sind. Und wenn man sich dann in der Realität trifft, wird es genauso schwer, wie es schon immer gewesen ist – vor allem, wenn man sich plötzlich in der schönsten Dreier-Chose befindet ... Der Clou des Stücks: Nina wendet sich am Ende ans Publikum, um sich eine Entscheidungshilfe zu holen, wen von beiden sie denn nun wählen soll – und so bietet der Autor insgesamt vier Schlüsse an ...

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Ein Mann muss her. Anders als noch zu Zeiten ihrer Eltern kann Nina heute aber aus zahllosen Internetanzeigen, Chatrooms und Apps auswählen. Das schöne dabei: im Gespräch mit einer völlig fremden Person kann man sich ganz ohne Photoshop ein wenig aufhübschen und Rollen annehmen, die nur schwer zu durschauen sind. Trifft man sich dann aber doch in der Realität, ist es nach wie vor so schwer wie eh und je. Dieses Problem trifft Nina besonders, denn eigentlich hat sie sich in Knut verguckt. Mit seinem Adonis-Körper macht der Bundesliga-Fußballer schließlich einiges her. Aber die ständigen Macho-Sprüche gehen Nina so sehr auf die Nerven, dass sie fast schon dankbar ist, als sein jüngerer Brüder Mark auf der Bildfläche erscheint. Er ist Fahrradverkäufer, kann weniger mit Geld und Körper punkten, dafür ist er aber der einfühlsamere der beiden. Am Ende muss sich Nina natürlich entscheiden und durchbricht die vierte Wand: das Publikum soll für sie entscheiden, vier mögliche Schlüsse bietet der Autor für diese vertrackte Situation an. Bei der Uraufführung im Bremer Packhaustheater im Schnoor gefielen der Presse vor allem „schnelle Wortwechsel mit viel Witz und Situationskomik“, „das Publikum kreischt vor Lachen und wird in das Geschehen eingebunden“ (Bremen; 24.06.2000). Und auch in Essen freute sich nach der Premiere im Theater Courage über die „spritzigen Dialoge“, „trockenen Humor und Selbstironie“. Und obwohl das Thema Internet-Liebe vielfach behandelt und abgegriffen erscheint, stellt das Stück „eine angenehme Überraschung“ (WAZ; 10.01.2001) dar. Von Ma(i)l zu Ma(i)l , Drei, zwei, eine(r) geht noch 23.05.2020

13.10.18   Theater Apollon   28201 Bremen Premiere

23.02.18   Theater Apollon   28201 Bremen Premiere

22.06.00   Komödie Bremen im Packhaustheater   28195 Bremen Premiere