Machen wir die Weihnachtsfliege

Komödie von Sabine Misiorny und Tom Müller   1D 1H 1Dek

U: Kammertheater Dormagen, 08.11.2019

„O Tannenbaum, o Tannenbaum, warum sind wir nicht abgehauen?“ Diese Frage stellen sich Silvia und Paul alle Jahre wieder. Doch in diesem Jahr scheint der liebe Gott ein Einsehen zu haben und schickt beider Eltern über die Festtage auf eine Reise - Silvia und Paul können ihr Glück kaum fassen!
Doch man sollte nie die Rechnung ohne den Wirt machen! Oder: den Tag vor dem Heiligabend loben. Und so ist es nur logisch, dass sie plötzlich wieder vor dem Problem stehen, doch mit all ihren Lieben Weihnachten feiern zu müssen.
Aber da hat Silvia die rettende Idee: Wir verreisen wirklich!
Wenn es nur so einfach wäre, da sich schon die Suche nach dem Reiseziel als äußerst schwierig erweist! Denn während Silvia am liebsten europäische Kulturstätten besuchen würde, zieht es Paul eher nach Übersee, und wer denkt eigentlich an die Reisepässe?
Zwischen Telefonanruf von Mutti und „wir können doch auch kurz vor Abreise alles zusammenpacken“ geht schief, was nur schief gehen kann und plötzlich sehen die beiden sich schon im trauten Kreis der Familie „O du fröhliche“ singen – wenn es nicht doch noch anders kommt, als man denkt.

Hochdeutsch

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Lautes Lachen, Szenenapplaus und langer Beifall zum Schluss: Das Publikum am Premierenwochenende im Kammertheater Dormagen zeigte sich begeistert vom Stück „Machen wir die Weihnachtsfliege“. Die Schauspieler und Autoren Sabine Misiorny und Tom Müller liefen wieder zu Hochform auf in ihrer „fast weihnachtlichen Komödie“, die alles bietet, was das Zuschauerherz begehrt: lustige Verwechslungen, liebenswertes Chaos, witzige Dialoge, ein Schuss Klamauk und viele Szenen, die weihnachtsstress-geplagte Familien sehr gut nachvollziehen können. So war im gemütlichen Theater an der Ostpreußenallee 23 oft ein „Wie bei uns!“ oder „Guck mal, die auch!“ zu hören, wenn sich Zuschauer „wiedererkannten“ – schon beim schrägen Blockflöten-Gequietsche vor dem Beginn. Zu hoffen ist, dass beim Publikum nicht all das schief geht, was auf der Bühne als zum Teil zu befürchtende Katastrophe seinen dann doch vergnüglichen Lauf nimmt... Wie im Kasperletheater gingen die Zuschauer mit, wenn sie die Protagonisten mit Hinweisrufen retten oder vor dem Annehmen von Anrufen warnen wollten. Misiorny und Müller verwandeln sich in das Ehepaar Silvia und Paul, das Weihnachten am liebsten allein verbringen möchte, was aber beide Elternpaare sowie sein Bruder mit Frau und Zwillingen mit ihren angedrohten Besuchen verhindern wollen. Auch die List, beide Eltern mit vermeintlichen Gewinn-Reisen weit weg zu schicken, geht nicht komplett auf. Ebenfalls nicht verwicklungsfrei ist die Lösung, dass Silvia und Paul dann eben selbst über Weihnachten in Urlaub fliegen, am besten nach „Übersee“. Und dass Pack-Listen (beeindruckend lang und bunt ist die von Silvia) das Vergessen nicht verhindern, wird ebenso eindrucksvoll vorgeführt. Der künstliche Baum, der „natürlich hochqualitative German Weihnachtsbaum“, wird durch einen würdigen Nachfolger ersetzt. Es macht einfach Spaß, die herrliche Komödie „Machen wir die Weihnachtsfliege“ zu genießen. Machen wir die Weihnachtsfliege Kammertheater Dormagen, NGZ Online 11.11.2019

08.11.19   Kammertheater Dormagen   41539 Dormagen Premiere