Der Diener zweier Herren in einer Person und einer anderen

(Il servitore di due padroni)

Frei nach der gleichnamigen Komödie von Carlo Goldoni bearbeitet von Eberhard Busch   1D 1H 1Dek

U: Auerbachs Keller-Theater auf der Annahof-Wiese, 27.06.2020

Venedig, 1750. „Der Diener zweier Herren“ soll gespielt werden, ein absoluter Klassiker und Höhepunkt der Commedia dell’arte. Doch leider wütet die Pest, und nach und nach kommen die Darsteller abhanden. Also müssen die verbleibenden zwei Schauspieler in alle (acht) Rollen schlüpfen, damit Truffaldinos Geschichte gezeigt werden kann. Die beginnt damit, dass eben jener durch einen Zufall zuerst zum Diener von Signore Rasponi wird und kurze Zeit später auch von Signore Florindo wird. Die Krux an der Sache ist, dass die beiden verfeindet sind und sowieso wäre es äußerst unschicklich, wenn bekannt würde, dass Truffaldino zwei Herren gleichzeitig dient. Als zusätzlich herauskommt, dass Signore Rasponi nicht der ist, für den er, beziehungsweise für die sie, sich ausgibt, ist das Chaos perfekt und während Truffaldino von einem Herr zum nächsten hastet, kommt das Publikum kaum noch aus dem Lachen.

Hochdeutsch

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Personen:
Eine Dame, ein Herr spielen
Pantalone, Vater der Clarice
Clarice, Tochter des Pantalone
Silvio, Verlobter der Clarice
Beatrice alias Federigo Rasponi,
verstorbener Verlobter der Clarice
Florindo, Liebhaber der Beatrice
Truffaldino, Diener von Beatrice alias Rasponi sowie von Florindo
Smeraldina, Clarices Kammerkätzchen
Zwei mit Stoff verkleidete Müllzangen dienen jeweils als verlängertes Sprechwerkzeug oder zu
küssende Hand zur Wahrung aller Abstände
Der Prolog kann vom Intendanten oder Requisiteur, oder so gesprochen werden.

Können Sie sich Goldonis Meisterwerk „Der Diener zweier Herren“ mit nur zwei Schauspielern auf der Bühne vorstellen? Wenn nicht, dann lassen Sie sich mit dieser hinreißenden, absolut corona-gerechten Fassung von Eberhard Busch, die auch noch die eine oder andere Überraschung bereit hält, davon überzeugen, dass das nicht nur gut funktionieren kann, sondern mit „rasantem Verwechslungs- und Verkleidungsspiel“ den Eindruck vermittelt, „als habe der Komödienschreiber sein Werk tatsächlich nur für zwei Personen geschrieben“. Nach der Uraufführung in Auerbachs Kellertheater in Staufen war deshalb nicht nur die Presse begeistert, „unbeschwertes Lachen“ war die verdiente Belohnung für die „zauberhafte Atmosphäre“, die für einen „heiteren Theaterabend“ sorgte, „dem auch ein Virus nichts anhaben kann“. Ganz klar ist, dass das Stück den beiden auf der Bühne „einiges an Körpereinsatz abverlangt, damit die Dynamik der Komödie voll zum Tragen kommt“, aber spätestens wenn Truffaldino in Anspielung auf „Dinner for One“ „seinen beiden (unsichtbaren) Herren Leckereien serviert, die er in der Attitüde eines völlig überdrehten italienischen Oberkellners ankündigt“ (Badische Zeitung; 30.06.2020), liegt das Publikum vor Lachen am Boden und ist bestens unterhalten! Der Diener zweier Herren , Alles neu macht der … Juni? 21.04.2021

27.06.20   Eberhard Busch   79219 Staufen Premiere