Da braut sich was zusammen

Lustspiel in 4 Akten von Jürgen Hörner   3D 4H 1Dek

U: d'Badisch Bühn Karlsruhe, 16.06.2017

Florian hat es faustdick hinter den Ohren. Stundenweise vermietet der Student sein Zimmer und das seines Mitbewohners Vincent an Kommilitonen, die einen Platz für gewisse Stunden suchen. Das geht solange gut, bis unangekündigt seine Eltern vor der Tür stehen. Und die sind ein krasser Kontrast zu ihrem Sprössling, stock-konservativ und brauchen etwas, bis sie merken, dass hier etwas ganz und gar nicht koscher ist. Mal zur Putzhilfe, mal zur kriminellen Erpresserin wird dabei Frau Hertzenstil, die in jeder Situation den (un)passenden Spruch parat hat. Und auch Charly und Ole, Kunden und Freunde von Florian, helfen ihm nicht wirklich dabei, sein Geflecht aus Notlügen und Ausflüchten aufrecht zu erhalten.

Hochdeutsch

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Personen:

Hagen Mehlstampfer
Ein agiler Endfünfziger, dem man seine konservative Herkunft sofort ansieht. Zwei Eigenheiten fallen an ihm besonders auf: Er macht gerne Witze auf Kosten anderer, insbesondere seiner Frau, und er setzt sich gerne mit billigen „Zaubertricks“ in Szene.

Gudrun, seine Frau
Mitte Fünfzig, mindestens so konservativ wie ihr Mann und sehr naiv, hochgesteckte Haare. Am Auffälligsten an ihr ist aber ihre überdimensionierte Handtasche, die sie grundsätzlich mit sich führt.

Florian (Flo), deren Sohn
Student, Mitte Zwanzig, mit einem Hang zum „Lebemann“. Seine lockere, fast sorglos optimistische Lebenseinstellung macht ihn dabei sehr sympathisch.

Vincent (Vinz), Flos Mitbewohner
Ebenfalls Student, Mitte Zwanzig. Verglichen mit Flo ist er angepasst, eher der Typ „Langweiler“. Er wirkt fast ein wenig verklemmt.

Frau Hertzenstil, Zugehfrau
Anfang 60, bessert ihre kleine Rente als Zugehfrau auf. Sie ist sauber, aber sehr hausbacken; ebenso ihre Frisur. Sie hat früh lernen müssen sich durchzusetzen. Daher tritt sie energisch und resolut auf. Gleichwohl hat sie das Herz „auf dem rechten Fleck“.

Charlotte (Charly), Studentin
Anfang Dreißig, durchaus intelligent, steht kurz vor ihrem Studienabschluss. Den Ausgleich zur geistigen Arbeit findet sie im leidenschaftlichen Sex mit Ole. Auf sein etwas niedrigeres, geistiges Niveau kann sie sich dank ihres toleranten Wesens sehr gut einstellen.

Ole, ihr Lover und ewiger Student
Circa Ende Dreißig und hinsichtlich seiner Studienzeit im gefühlten 50sten Semester. Er stammt aus einem begüterten landwirtschaftlichen Großbetrieb und ist eher der „Naturbursche“, mit Intelligenz nicht wirklich gesegnet. Dafür ist er stark testosterongesteuert.

Auf diese Idee muss man erst einmal kommen … Flo und Vinz sind Studenten, doch anders als ihre Kommilitonen müssen sie sich nicht mit mehreren Minijobs über Wasser halten. Ihren trotzdem fast schon luxuriösen Lebensstil können sie sich leisten, indem sie die Schlafzimmer ihrer WG an liebestolle Freunde und Kollegen vermieten, die einen Platz für gewisse Stunden suchen. Doch eines Tages kommt es, wie es kommen muss; Flos Eltern stehen vor der Tür und wollen sogar für den Sommerurlaub bei ihm bleiben. Aus dieser „heiklen Ausgangssituation“ entwickelt sich ein „ziemlich wildes Lustspiel um die Lust“, wie Der Sonntag bereits 2017 nach der Uraufführung an der Badisch Bühn in Karlsruhe feststellte, in der Autor Jürgen Hörner als „sprücheklopfendes Ehemann-Ekel“ alias Flos Vater selbst mitspielte. Darüber hinaus lobte man, wie „klug vorbereitet“ der „gar nicht so naheliegende Schluss“ wurde und stellte anerkennend fest: Es geht zwar ordentlich „zur Sache, aber sprachlich nicht allzu heftig unter die Gürtellinie.“ Für „stärkere Effekte“ sorgte die gekonnt genutzte „Kunst der Andeutung und wohlgesetzten Übertreibung“. Gemeinsam mit der Presse freute sich auch das Premierenpublikum, das „höchst angetan“ (Der Sonntag; 18.06.2017) war. Da braut sich was zusammen , Alles neu macht der … Juni? 21.04.2021