Foto 51

(Photograph 51)

Schauspiel von Anna Ziegler. Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler   1D 5H - Verw.

U: Vernacular Theatre of Maryland 10.02.2008; DSE: Ernst-Deutsch-Theater, Hamburg, 19.01.2017

Zu Beginn der 1950er Jahre verlässt die junge und passionierte Wissenschaftlerin Rosalind Franklin das Pariser Laboratoire Central und tritt eine neue Stelle am berühmten Londoner King's College an. Doch ihre hohen Erwartungen werden jäh enttäuscht. Statt eines eigenen Forschungsprojekts erwartet sie dort lediglich eine Stelle als Assistentin des Molekularbiologen Maurice Wilkins: Sie soll mit Hilfe von Röntgenstahlung Molekularstrukturen sichtbar machen. Rosalind findet sich in einer rein männerdominierten Wissenschaftswelt wieder, aus deren Strukturen sie als Frau völlig ausgeschlossen wird. Dementsprechend verbissen reagiert sie, schließt Wilkins und nahezu sämtliche Kollegen aus ihrer Arbeit aus. Der Assistent Ray Gosling, der mit Wilkins und Franklin das Labor teilt, versucht zu vermitteln. Doch Rosalind kapselt sich ab und wirft sich um so leidenschaftlicher in ihre Arbeit. Sie optimiert die Kamera und erzielt immer bessere Ergebnisse bei ihren Aufnahmen der menschlichen DNA. Das registrieren auch die männlichen Kollegen, die in den Clubs und Mensen zusammensitzen und sich austauschen. Denn nicht nur Franklin und Wilkins sind hinter dem Geheimnis des Lebens her – auch in Cambridge arbeiten die Wissenschaftler Francis Crick und James Watson mit Hochdruck an dieser Aufgabe. Die Forschung an der DNA entwickelt sich zu einem regelrechten Wettrennen. Vergeblich versuchen Crick, Watson und Wilkins, an die Ergebnisse Rosalinds zu kommen, die jeglichen Versuch eines Gedankenaustausches im Keim erstickt. Und dann gelingt Rosalind der Beweis für die Struktur der DNA: Foto 51. Eine Entdeckung, die sie mit ihrem Leben bezahlen wird ...
Eine faszinierende Geschichte um die größte humanbiologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts, welche die Autorin Anna Ziegler fast als Wissenschaftskrimi präsentiert, getragen von der hohen Leidenschaft und dem brennenden Eifer der Figuren. Beeindruckend, mitreißend bis zum Ende, melancholisch, wenn es sichtbare Auswege gäbe, oder auch die Möglichkeit privaten Glücks ... ein Drama, das einen unvergesslichen Theaterabend beschert.

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Ein Wissenschaftsthriller par excellence und großer West-End-Erfolg kommt nun nach Deutschland: Das mitreißende Schauspiel über das Wettrennen der Wissenschaft zur Entschlüsselung des „code of life“ und zum damit verbundenen Nobelpreis wurde mit Nicole Kidman in der Rolle der Wissenschaftlerin Rosalind Franklin in London im Herbst 2015 frenetisch gefeiert. Nun erwarten wir gespannt die Deutschsprachige Erstaufführung am Hamburger Ernst Deutsch Theater. Ab 19. Januar 2017 können Sie sich dort auch direkt von der Qualität dieses herausragenden Stückes überzeugen. Die junge amerikanische Autorin Anna Ziegler erzählt Franklins Geschichte als empathische Komödie und hochspannende Forschungsstory, getragen von der hohen Leidenschaft und dem brennenden Eifer der Figuren. Zugleich wirft die Autorin ein Licht auf den Kampf einer Wissenschaftlerin gegen den Sexismus der Wissenschaftswelt – einer Welt, in der die promovierte Biochemikerin Rosalind Franklin von ihren Kollegen mit größter Selbstverständlichkeit als „Miss Franklin“ angesprochen wird, während besagte Kollegen mit ebenso großer Selbstverständlichkeit auf der Verwendung ihrer eigenen Doktortitel bestehen, bevor sie sich in den männlichen Mitarbeitern vorbehaltenen Speisesaal für Professoren zurückziehen. Zugleich gelingt es Anna Ziegler, immer wieder das Augenmerk auf jene Momente zu richten, in denen Rosalind Franklins tragische Geschichte eine andere Wendung hätte nehmen können: Wenn ein Hauch mehr Einfühlsamkeit oder ein Hauch weniger empfindlicher Stolz einen himmelweiten Unterschied gemacht hätten. So zieht „Foto 51“ seine Faszinationskraft ebenso sehr aus der Leidenschaft, mit der die Protagonisten den Kampf um den wissenschaftlichen Triumph führen, wie auch aus der Kunst der Autorin, jedem ihrer Protagonisten ein menschliches und damit auch fehlbares Antlitz zu verleihen. „Herrlich“, schreibt der „Independent“, doch nicht erst die Londoner Journalisten gerieten angesichts Anna Zieglers fulminanten Werks ins Schwärmen. Schon bei den Produktionen, welche das Stück zwischen Seattle und New York im Heimatland der Autorin erlebte, war das Presseecho überwältigend: „Ein klug konstruiertes historisches Stück ... genau der Stoff, aus dem Dramen gemacht sind“, urteilte die „Washington Post“ – und selbst Wissenschaftsmagazine wie der „New Scientist“ staunten: „Wer hätte gedacht, dass aus Wissenschaft so fantastisches Theater werden kann?“ Die deutsche Übersetzung von „Foto 51“ stammt aus der Feder von Maria Harpner und Anatol Preissler, die ihre sprachliche Könnerschaft bereits u.a. in der deutschen Übertragung von Andrew Bovells „Das Ende des Regens“ und Zoe Kazans „Hoch soll er leben!“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Foto 51 , Großes Schauspiel auf den Spielplan! 09.11.2016

19.01.17   Ernst-Deutsch-Theater   22087 Hamburg Premiere