Der Floh im Ohr

(La puce à l'oreille)

Lustspiel von Georges Feydeau. Bearbeitung von Manfred Hinrichs   5D 10H 2Dek

U: Freilichtbühne Lilienthal, 18.6.2010

Raymonde Chandebise ist außer sich – ihr Mann betrügt sie! Zumindest hat er seine Hosenträger in einem höchst zweideutigen Etablissement vergessen. Was tun? Kurzerhand bittet sie ihre Freundin Lucienne um Hilfe. Mit einem parfümierten Liebesbrief laden sie Herrn Chandebise zum Rendezvous ins “Hotel zum galanten Kätzchen”. Hier nehmen die Verwicklungen ihren irrwitzigen Lauf. Chandebise, der sich nicht angsprochen fühlt, schickt seinen Hausfreund Tournel, der auf Raymonde trifft. Carlos Homenidès De Histangua, Luciennes Mann, rast vor Eifersucht, als er ihre Schrift in dem Brief zu erkennen glaubt und will Chandebise zum Duell fordern. Camille, der Neffe Chandebises, hat im Hotel seine Unschuld verloren (und nebenbei die Hosenträger vergessen, die sein Onkel ihm geschenkt hatte) und nun ein heimliches Stelldichein mit Antoinette, der Köchin seines Onkels. Natürlich darf ihn niemand dabei erwischen, doch plötzlich ist das Hotel voller bekannter Gesichter. Auch Lucienne kommt noch, um Freundin Raymonde zu unterstützen, Antoinettes Ehemann Etienne folgt ihr auf den Fuß, um sie vor ihrem Mann zu warnen. Auch der Arzt Finache, ein englischer Schwerenöter, der Hotelbesitzer, seine Frau und ein Zimmermädchen mischen kräftig mit. Und zu allem Überfluss sieht der Hotelpage Poche Monsieur Chandebise auch noch zum Verwechseln ähnlich ...

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Dieser phänomenale Schwank von Komödienmeister Georges Feydeau bietet „Amüsement der Extra-Klasse“ (dpa; 14.01.2012). So urteilte man zumindest über die Inszenierung des Hamburger Ohnsorg-Theaters. Und da muss man es ja wissen. Das Publikum „jubelte“ über diese Produktion „mit viel Geschmack und Sinn für Doppelbödigkeit“ (ebda.). „An alledem ist natürlich Feydeau schuld: nicht nur Erfinder komischster Situationen und Verwicklungen, die sich in raschem Tempo ereignen, sondern auch Meister des theatralischen Formenbaus, der den abstrusen Bühnenwirbel zusammenhält.“ (Die Welt; 17.01.2012). Ein Meisterstück, das unbedingt auf die Bühne gehört, natürlich auch auf Natur- und Freilichttheater. So geschehen zum Beispiel bereits auf der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg. Der Floh im Ohr , Theater unter freiem Himmel 03.09.2014