Don Juan oder Der steinerne Gast

Komödie in 5 Aufzügen von Molière. Deutsche Nachdichtung von Dr. Max Kapp   3D 13H 5Dek - Statisterie

Don Juan hat Donna Elvira aus dem Kloster entführt, sie geheiratet und anschließend verlassen. Unter dem Leitspruch "es kann im ganzen Liebesleben nichts Schön'res als den Wechsel geben" verspricht er in Sizilien gleich zwei Bauernmädchen - Charlotte und Mathurine - die Ehe und ermordet in Sevilla in einem Duell den Komtur, der die Ehre seiner Tochter vor Don Juan schützen will. Alle Warnungen nutzen nichts: Don Juan genießt die Verführung, leugnet jegliche Moral und täuscht nur dann Reue vor, wenn er einen Nutzen daraus zu ziehen hofft. Er lädt das steinerne Standbild des Komturs zum Gastmahl ein und wird von dieser schließlich - immer noch nicht zur Reue fähig - unter Donner und Blitz in die Tiefe gezogen. Sein teils komischer, teils rührender Diener Sganarelle (von Molière selbst gespielt) stellt abschließend fest, dass all die betrogenen, entehrten und in Elend und Verzweiflung gestürzten Frauen, Mädchen, Gatten und Eltern somit gerächt sind ... nur er, Sganarelle selbst, ist um seinen Lohn betrogen. Ein einzigartiges, außerordentliches und gänzlich ungewöhnliches Werk, nicht nur im Rahmen von Molières dichterischem Schaffen, sondern in der gesamten französischen Klassik. Keine "flüchtige Gelegenheitsarbeit", sondern ein fundamentales Werk, dazu das kämpferischste, das Molière verfasst hat. Wie kein anderes gewährt es einen aufschlussreichen Eindruck in das Wesen Molières und seine Gedankenwelt. "Don Juan" ist ein Werk, das die bodenlose Verruchtheit gewisser Grandseigneurs anprangert, deren Selbstsucht über Leichen geht und denen es nur um die Befriedigung ihrer allerpersönlichsten Gelüste zu tun ist. Molière stellt diesen Menschentyp in seiner ganzen Gewissenlosigkeit bloß.

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