Kain

Ein Spiel nach Lord Byron's 'Cain' von Dietrich Taube   2D 5H 1Dek

Zirkusclowns spielen nach ihrer Vorstellung ihre weltgeschichtlichen Spiele; heute: die Geschichte von Kain und Abel. Der Teufel verführt Kain, zeigt ihm die kalte, lieblose Welt, den schwarzen Spiegelsaal des Todes. Kain vergisst seine Sozialisation, auch die Liebe seiner Schwester und die gemeinsamen Kinder. Als Gott ihm – wie in der Bibel – als Opfer seinen Bruder Abel abverlangt, erschlägt er ihn. Der Mord ist damit in die Welt hineingelangt und verifiziert so die Bilder des Teufels. Kain wird seine Familie verlassen müssen; seine Schwester aber wird ihm folgen.

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1821 verfasste Lord Byron sein Mysterienspiel „Cain“. Taube verlegt das Bibelstück in die Welt des Zirkus und schafft ein „verspieltes Gleichnistheater“ (Darmstädter Echo; 1984 / Theater der Landeshauptstadt Mainz), das den Brudermord als Bild für das unablässige Töten von Menschen durch Menschen aus dem biblischen Kontext herauslöst. Eine Zeit lang viel beachtet, ebbte das Interesse für dieses gelungene Gleichnis wieder ab. 2012 entdeckte es ein Berliner Künstlerteam wieder für sich, das damit ein Gefängnistheaterprojekt in Berlin startete. Dort zeigte man im Gefängnisinnenhof Ausschnitte des Spiels von Dietrich Taube. Die Qualität des Projektes bewegt sich auf hohem Niveau. Es wurde im Jahr davor für seine Leistungen mit dem George-Tabori-Förderpreis ausgezeichnet. Kain , Theater unter freiem Himmel 03.09.2014