Ein gemütlicher Abend

(Een kommodigen Avend)

Lustspiel von Ingo Sax   6D 1H 1Dek

U: Ohnsorg-Theater Hamburg, 1.3.2009

Baggerführer Manni allein zu Haus: seine Frau Monika kümmert sich nach einem Sturz um ihre Mutter. Seine Kumpels sagen den rituellen freitäglichen Skatabend ab und Manni macht es sich gerade vor dem Fernseher bequem, als es an der Tür klingelt. Was nun folgt, gleicht einer Lawine im Hochgebirge: lärmend, polternd und eine Menge Ballast mit sich schleppend, stürmen die sechs Freundinnen seiner Frau die bis dato gemütliche Wohnküche. Manni erfährt beiläufig, dass sich dieses Ereignis jeden Freitag wiederholt – und zwar zu dem Zweck, zu klönen, Longdrinks zu schlürfen und die brandaktuellen Verkaufsschlager auszuprobieren, die Hanna, eine Repräsentantin für Importe aus Asien, zum Sonderpreis anbietet. Eine Verkaufsparty also! Und bei der sind logischerweise nur Frauen erwünscht. Was also anfangen mit dem zufällig und nicht ganz freiwillig anwesenden Hausherrn? Die rettende Idee ist: Manni wird für diesen Abend zur „Ehrenfrau“ ernannt und findet sich plötzlich wieder im Konflikt zwischen seinem üblichen Gebaren als Patriarch des heimischen Haushaltes und der geballten Ladung weiblicher Energie seiner Besucherinnen. Dabei erfährt er so einiges über Ehemänner, Cocktails, Küchengeräte und Dessous. Ein köstlicher Theaterspaß, an dem die Zuschauerinnen wissend nicken und ihre Männer mehr als einmal fragend die Stirn runzeln werden. Lachen jedoch werden sie alle gemeinsam reichlich – und das eint die Geschlechter schließlich immer und überall.

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Die Personen:
Manfred „Manni“ Fehling, Baggerführer (ca. 45 Jahre)
Hanna Stern, Repräsentantin (ca. 40)
Caroline, Beamtenwitwe (ca. 50)
Emily, Textilverkäuferin (ca. 40)
Katharina, Lehrerin (ca. 30)
Lucy, Floristin (ca. 25)
Jasmin, Fachverkäuferin (ca. 25)

Ort der Handlung:
Die moderne Wohnküche von Fehlings, Marke „Mutters Cockpit“, also rechts eine Winkelküche, übliche Geräte, vom übrigen Raum und zur Rampe hin abgeschlossen durch zwei Frühstückstresen im rechten Winkel mit Durchgang in der Mitte, an denen Monika Fehling ihren Mann vor der Arbeit und die Kinder vor der Schule abfüttern konnte. Davor drei Barhocker, ein Barhocker im Inneren, von dem aus man arbeiten und die Geräte bedienen kann. Die Küche war mal für vier Personen gedacht, aber die Kinder sind schon aus dem Haus. Links im Raum ein rechtwinkliger Tisch, dahinter eine Eckbank, davor zwei Polsterstühle, auf dem Winkel der Eckbank ein kleiner Fernseher, damit sich Monika, Mannis Frau, bei der Küchenarbeit etwas Unterhaltung verschaffen kann. Der Zugang zu dem Raum erfolgt von der hinteren Bühnenmitte her, dort führt ein offener Durchgang nach hinten zum Eingangsflur. In dem Durchgang ist eine Tür auf der rechten Seite, die zum Badezimmer führt, von dem der Zuschauer aber nichts sieht. Monika hält ihre Küche penibel in Ordnung, nichts steht rum, es sieht fast aus wie ein Foto in einem Katalog.

Zeit:
Dieses Jahr, Anfang November

Zur Handlung:
Es gibt keine eigentliche Handlung, nur eine etwas verzwickte Situation, die genau so lange dauert wie das ganze Stück, mit Pause ca. zwei Stunden. Es ist ein Einakter, der an der passenden Stelle für die Pause durchgeschnitten ist.