Der Sündenbock

Volksstück in sechs Bildern von Hans Müller-Schlösser   5D 14H

Eine Bürgermeisterei im Rheinischen; sein hübsches Töchterlein bekommt Sprechunterricht bei Dr. Classen. Sowohl Mutter als auch Töchterchen sind dem Doktor zugetan, aber dem Papa passt das gar nicht. Der Bürgermeister bittet seinen Stadtsekretär Mingels, zu "spinxen", ob sich gegenDr. Classen nicht was finden lässt. Im "Propfenzieher" trifft der Bürgermeister einen Rheinschiffer. Die beiden Männer kommen ins Gespräch und gehen schließlich auf den Kahn des Schiffers, wo sie die Nacht durchsaufen. Der Bürgermeister lässt seinen Überzieher hängen – und Mingels macht sich auf, ihm einen Streich zu spielen. Er nimmt den Mantel mit zum "nackten Hälschen", einem verruchtenLokal. Der Mantel wird dort entdeckt und damit der Bürgermeister als heimlicher Gast entlarvt. Dadurch entstehen allerlei Probleme für den Bürgermeister, da niemand ihm glauben schenkt, dass er nicht im besagten Etablissement war. Sogar bis zum Landrat ist die Affäre gedrungen, und er droht dem Bürgermeister mit Entlassung. Dr. Classen hat jedoch eine Idee, die er Mingels anvertraut: er werde sich als der Dieb des Überziehers melden. Dies könne doch den Papa besänftigen, dass er ihm vielleicht die Tochter doch zur Frau gibt. Tatsächlich ist der Bürgermeister gänzlich gerührt von diesem feinen Kerl. Dann tritt auch noch der Rheinschiffer auf und kann bezeugen, dass er mit dem Bürgermeister die Nacht gezecht hat. Aber wie kam um alles in der Welt der Überzieher ins "nackte Hälschen"? Da der Bürgermeister inzwischen so glücklich ist, dass er sogar Classen seine Tochter zur Frau gibt, traut sich Mingels, zu seiner Tat zu stehen.

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