Das Jahr magischen Denkens

(The Year of Magical Thinking)

Ein Schauspiel von Joan Didion basierend auf ihren Memoiren. Deutsch von Terence French   1D 1Dek

U: 29.03.2007 Booth Theatre, New York - DSE: 17.01.2008 Ernst-Deutsch-Theater, Hamburg

Originally Produced By: Scott Rudin, Roger Berlind, Debra Black, Daryl Roth and The Shubert Organization. Stuart Thompson, John Barlow, Excecutive Producers

Am Abend des 30. Dezember 2003 kehrt das Schriftstellerehepaar Joan Didion und John Gregory Dunne von der Intensivstation eines New Yorker Krankenhauses zurück, wo ihre Tochter Quintana um ihr Leben ringt. Beim späten Abendessen bricht John Gregory Dunne plötzlich zusammen und stirbt an einem Herzinfarkt. Lange weigert Joan sich, die Tatsache von Johns Tod zu akzeptieren, widmet sich in aller Intensität der Genesung ihrer Tochter. Sie setzt die intensive, klar strukturierte, fast wissenschaftliche Auseinandersetzung mit medizinischen Themen ein als Schutzmechanismus gegen die Erinnerungsattacken, die Hilflosigkeit, die Traueranfälle und die Angst. Gleichzeitig flüchtet sie sich in die Rituale des magischen Denkens, in ein magisches "Wenn"-Denken. Sie spinnt sich in dieses magische Denken ein wie in einen Kokon, sie versucht, den Schmerz nicht zu sich durchdringen zu lassen, indem sie die Ursache dafür, Johns Tod, nicht als Realität hinnimmt. Und sie glaubt, allein sein zu müssen, damit John zu ihr zurückkehren kann, also kapselt sie sich von ihrer Umwelt so weit als möglich ab. Doch ihre mühsam errichteten Abwehrmechanismen können auf Dauer nicht funktionieren, und unausweichlich stürzt sie immer wieder auch tief hinab in Verzweiflung, Trauer und Irrationalität. Letztendlich gibt ihr der lang erwartete und zugleich gefürchtete Autopsiebericht die Gewissheit, dass Johns Tod nicht zu verhindern war und nicht rückgängig gemacht werden kann. Erst nach der Lektüre dieses Berichtes lässt sie die Trauer endlich zu; und in nur wenigen Wochen schreibt sie aus ihren Notizen, Gedanken und Erinnerungen diesen bewegenden Roman, für den sie 2005 mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.

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Auch die Bühnenversion ist ausgesprochen stark. Dieser dichte, bewegende und „schonungslos direkte“ (Allgäuer Zeitung; 14.07.2012 / Festspiele Wangen) Monolog geht alle etwas an. Das „Protokoll härtester Trauerarbeit“ (ebda.) ist keine leichte Kost, besticht aber durch Authentizität und kraftvolle Gedanken. Der Text führt tief hinab in die Welt des Schmerzes, schafft es aber auf wundersame Weise, gestärkt daraus zu entlassen. Die „One-Woman-Show ist nicht bedrückend, sondern bewegend. Weil sie vermittelt, dass dem Ende eine Geschichte vorangeht, die es wert ist, genossen zu werden. In allen Zügen. Es gilt, Bilder zu schaffen – selbst wenn diese eines Tages unscharf werden.“ (tt.com; 04.06.2009 / Kellertheater Innsbruck) Schon mehrfach stellten sich an Profi-, aber auch Amateur-Bühnen Darstellerinnen auf beeindruckende Weise diesem herausfordernden Text. „Einen wertvollen Kontrapunkt ins Programm“ setzten die Festspiele Wangen 2012 mit „diesem existenziell berührenden Stück“ (Zitate: Allgäuer Zeitung; 14.07.2012). Das Jahr magischen Denkens , Theater unter freiem Himmel 03.09.2014

„Du setzt dich zum Abendessen und das Leben, das du kennst, hört plötzlich auf.“ Innerhalb von knapp zwei Jahren verliert die Schriftstellerin Joan Didion erst ihren Mann, dann ihre Tochter. Unfähig, mit der Trauer fertigzuwerden, wahrt sie zwar nach außen den Schein, kapselt sich aber von ihrer Umwelt ab, leugnet die Realität, flüchtet sich in die Scheinsicherheit pseudo-magischen Denkens und in den festen Glauben, den Tod wieder rückgängig machen zu können, wenn sie nur alles richtig mache: „Trauer, so stellt sich heraus, ist ein Ort, den niemand von uns kennt, ehe wir dort waren“. „Zart und analytisch, poetisch und zuweilen sehr distanziert“ (Tageszeitung) gibt sich diese berührende Auseinandersetzung mit den Unvermeidlichkeiten des Lebens – und findet doch immer wieder zu einem lebensbejahenden, humorvollen Tonfall zurück. Bereits bei seiner Uraufführung im Jahr 2007 in New York mit Vanessa Redgrave als Protagonistin feierte „Das Jahr magischen Denkens“ rauschende Erfolge. Der „gewaltige Text“ (Der Standard) beeindruckte ebenso beim Gastspiel in Salzburg durch seine Dichte und Tiefe. Und auch bei der deutschsprachigen Erstaufführung in Hamburg mit Daniela Ziegler sowie in zahlreichen weiteren Produktionen an großen wie kleinen Häusern stellte dieses ausgesprochen persönliche Lebenszeugnis seine dramatische Strahlkraft unter Beweis und überzeugte mit „berührender Wahrhaftigkeit“ (Der Tagesspiegel). Das Jahr magischen Denkens , Bücher auf den Spielplan! 09.11.2016

Als der Vorhang sich öffnet, sitzt eine Frau alleine auf der Bühne. Sie erzählt die Geschichte des schwersten Jahres ihres Leben. Die Geschichte davon, wie sie sich nach dem Tod ihres Ehemannes und der schweren Erkrankung ihrer gemeinsamen Tochter in einen Kokon aus magischem Wenn-Denken flüchtet. Indem sie sich intensiv, fast schon wissenschaftlich mit der Genesung ihrer Tochter auseinandersetzt, versucht sie, sich gegen die Erinnerungsattacken und die Angst zu wehren und nimmt den Tod ihres Ehemanns nicht als Realität hin. Doch der lang erwartete und gefürchtete Autopsiebericht gibt letztendlich die Gewissheit: der Tod ihres Mannes war nicht zu verhindern und ist nicht rückgängig zu machen. Erst nach der Lektüre des Berichtes schreibt sie innerhalb weniger Wochen die Buchvorlage dieses Stückes, welches 2005 mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Als kurz nach Fertigstellung des Buches auch ihre Tochter verstirbt, widmet sie sich noch einmal ihrem Buch und schreibt das gleichnamige Theaterstück, das 2007 mit Vanessa Redgrave am Booth Theatre in New York umjubelte Premiere feierte. In Deutschland wagte sich Daniela Ziegler im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater mit riesigem Erfolg an das anspruchsvolle Stück, und es folgten viele weitere Produktionen, zuletzt auch am Theater an der Effingerstrasse in Bern, wo über ein „nuanciertes Spiel“ berichtet wurde, welches das „das Publikum berührte“ (Berner Zeitung; 26.08.2019) wie auch im Vorarlberger Landestheater: „Das Premierenpublikum war restlos begeistert und feierte den Theaterabend mit tosendem Applaus und lobenden Rufen“ (Katholisches Kirchenblatt Vorarlberg 42/2019) und auch www.kulturzeitschrift.at sprach von einem „berührende(m) Abend, der vom Publikum mit großem Applaus gewürdigt wurde“ (www.kulturzeitschrift.at; 13.10.2019). Das Jahr magischen Denkens , Drei, zwei, eine(r) geht noch 23.05.2020

12.10.19   Vorarlberger Landestheater   AT-6900 Bregenz Premiere

24.08.19   Theater an der Effingerstrasse   CH-3011 Bern Premiere

01.02.17   Studio Theater Stuttgart   70184 Stuttgart Premiere

29.05.16   Uwe VOID: Brandt   52062 Aachen Premiere

31.01.16   Schauspiel Frankfurt   60311 Frankfurt am Main Premiere

12.07.12   Festspiele Wangen e.V.   88239 Wangen Premiere

12.02.11   Deutsches Theater   10115 Berlin Premiere

09.05.09   Burgtheater GmbH   AT-1014 Wien Premiere

18.10.08   Vereinigte Bühne Bozen   IT-39100 Bozen Premiere

11.08.08   Salzburger Festspiele   AT-5020 Salzburg Premiere

17.01.08   Ernst-Deutsch-Theater   22087 Hamburg Premiere