Mitten ins Herz

Eine schwarze Komödie von Angelika Bartram - zu Herzen gehend komisch, schicksalhaft ernst, total trivial   1D 1H 1Dek

U: Theater an der Luegalle Düsseldorf, 3.8.2005

Für Sieglinde Kranzmeier soll es ein ganz besonderer Abend werden, einer an dessen Ende für sie ein wirklich existenzielles Ereignis stehen soll: ihr Selbstmord! Sie hat alles perfekt vorbereitet, aber erstens kommt es anders, und zweitens kommt plötzlich Besuch.

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Sieglinde Kranzmeier hat diesen Abend ganz genau geplant. Es soll schließlich ein besonderer Moment werden. Ihre Wohnung ist auf Vordermann gebracht, sogar die Fenster sind geputzt. Nur sie und Casablanca, das im Fernsehen läuft. Ihr Abend scheint jedoch kurz vor dem Scheitern, als der Fernseher den Geist aufgibt. Gott sei Dank gibt es den Telenotdienst, der seinen besten Mitarbeiter schickt. Doch gemeinsam mit Winfried Palinski, einem praktisch veranlagten, fröhlichen Handwerker, erkennt das Publikum nach und nach, dass Sieglinde sich an diesem Abend das Leben nehmen möchte. Da Sieglinde sich aber in einigen Punkten doch noch nicht allzu sicher ist, bittet sie Winfried kurzerhand um Hilfe. Anfangs geht es um technische Details, zum Beispiel wo man mit dem Messer hinzielen sollte oder ob die Decke ein Seil hält. Doch als er sie in diesen Dingen gut berät, geht sie auch die künstlerische Gestaltung ihres Ablebens mit ihm an. Alle Details sind geklärt und so setzt sie zum finalen Stich an, als das Licht ausgeht und das Publikum in der Pause über das Ende abstimmen kann. So hatte das Publikum von Stößels Komödie in Wuppertal im Frühjahr 2020 die Möglichkeit zwischen Variante a) „aus den beiden wird ein Paar“ und Variante b) einer Art „Romeo-und-Julia-Ende mit Käsekuchen“ zu wählen, indem sie den Flummi, den sie eingangs erhalten hatten, in einen der zwei bereitstehenden Behälter warfen. Bei all der Komik, die auf der Bühne passiert, vor allem durch Sieglinde, die ihren Suizid so perfekt durchgeplant hat und dann nur durch Winfried aus der Bahn geworfen wird, ist der Hintergrund aber ein ernster. Schließlich ist die Vereinsamung ein reales und höchst aktuelles Thema. Die Presse lobte daher, „dass auch die Hintergründe dargestellt werden – und zwar humorvoll seriös“ (Wuppertaler Rundschau; 11.03.2020) Doch abgesehen von diesem ernsten Hintergrund, ist es „köstlich, wie beide ständig aneinander vorbeireden“, freute sich die Offenbach Post nach der Premiere im Theater im T-raum in Offenbach, auch „Die pointierten Dialoge treffen zentral ins Zwerchfell“ und „Es wimmelt vor Verweisen auf die Filmgeschichte und vor zweideutigen Anspielungen“, was nur ein Urteil zuließ: „Der t-raum hat einen neuen Repertoire-Renner gefunden!“ (Offenbach Post; 27.11.2017). Mitten ins Herz , Drei, zwei, eine(r) geht noch 23.05.2020

21.02.20   Stößels Komödie Wuppertal   42105 Wuppertal Premiere

31.10.19   t-raum   63065 Offenbach am Main Premiere

24.11.17   t-raum   63065 Offenbach Premiere

17.09.17   Lussi's kleine Bühne   66701 Beckingen Premiere

18.03.16   Kammertheater Dormagen   41539 Dormagen Premiere

17.04.15   Galerietheater Zons   41539 Dormagen Premiere

21.03.15   Komödie am Wasen   70372 Stuttgart Premiere

10.10.14   Das kleine Hoftheater e.V.   22111 Hamburg-Horn Premiere

17.02.12   TaM Theater am Michelsberg   96049 Bamberg Premiere

03.02.12   Theater an der Marschnerstraße   22081 Hamburg Premiere

12.11.11   Leo Theater   42389 Wuppertal Premiere

25.10.06   Comödie Bochum, Duisburg, Wuppertal   44789 Bochum Premiere

03.08.05   Theater an der Luegallee   40545 Düsseldorf Premiere