Der Richter von Zalamea

Schauspiel in 3 Aufzügen von Calderón de la Barca. Auf der Grundlage der Übersetzung von A. Wilbrandt neubearbeitet von Karl Britten   3D 8H - Stat. - Verw.

Ein Trupp Soldaten unter der Führung des Hauptmanns Don Alvaro quartiert sich im Provinzstädtchen Zalamea im Haus des Bauern Pedro Crespo ein. Der Bauer versteckt seine Tochter Isabel und seine Nichte Ines in einer Bodenkammer vor den Soldaten. Doch der arrogante Hauptmann gelangt trotzdem in die Kammer der Mädchen und ist von Isabels Schönheit entzückt. Er entführt und vergewaltigt sie und fesselt Pedro an einen Baum. Dessen Sohn Juan hört die Hilferufe seines Vaters, folgt dem Hauptmann und verwundet ihn. Crespo wird von den Bauern des Dorfes zum Richter gewählt, der Hauptmann ist sein erster Angeklagter. Obwohl er Pedros juristische Kompetenz bestreitet, wird er von den Bauern verurteilt und abgeführt. Mittlerweile trifft der König ein, er soll entscheiden, ob eine Verurteilung durch einen Bauernrichter gerechtfertigt war, oder ob der Hauptmann vor ein Militärgericht gehöre. Er entscheidet, dass Crespo gerecht geurteilt habe, dass jedoch die Vollstreckung einem anderen Tribunal zustehe. Crespo lässt die Türen des Gemeindehauses öffnen: Man erblickt den erdrosselten Hauptmann - das Urteil wurde schon vollstreckt. Der König erkennt die Rechtfertigung Crespos an und ernennt den Bauern auf Lebenszeit zum Richter von Zalamea. Zentriert um das Motiv der Ehre wird in diesem Stück die religiös-ethische über die staatliche Ordnung gestellt. Das Ehrgefühl des Bauern gegen die rechtliche Bevorzugung des Soldatenstandes macht den "Richter von Zalamea" zu einem frühen sozialen Volksstück.

Hochdeutsch

Anmelden   um Ansichtsexemplare zu bestellen.