Gottorpsche Gesandschaft

Ein Schauspiel in fünf Aufzügen von Otto Brües   4D 9H 2Dek - Stat.

Der Herzog von Holstein hat eine diplomatische Gesandtschaft nach Isfahan geschickt, um ein Handels- und Freundschaftsbündnis anzuknüpfen. Dieses gerät jedoch in Gefahr durch den zweiten Gesandten, Otto Brüggemann, der sich wie ein Besatzer aufführt. Er ignoriert alle diplomatischen und humanistischen Gepflogenheiten, verletzt das Gastrecht, ist brutal, autoritär, selbstgerecht. Der Sekretär Hans Arpenbeck ermahnt Brüggemann mehrmals vergeblich zu Mäßigung und friedlichem Verhalten. Schließlich entflieht Arpenbeck aus seinem Amt und wird, nach Holstein zurückgekehrt, vom Herzog als Deserteur inhaftiert. Als nach langer Zeit die Delegation zurück kehrt, ist der Herzog bestürzt, weil die Reise erfolglos verlaufen ist. Auf Arpenbecks Anklage hin und auf die vagen Andeutungen der Mitreisenden, dass Brüggemann für das Scheitern der Reise verantwortlich sei, wird dieser vor ein Gericht gestellt und Arpenbeck als Kronzeuge gehört. Die Liste der Anschuldigungen gegen Brüggemann ist lang: Diebstahl, Korruption, Körperverletzung und Totschlag. Der Herzog, sehr um Gerechtigkeit und Fairness bemüht, kann schließlich nicht anders, als Brüggemann zum Tode zu verurteilen. Die Frau Brüggemanns, die durch das Verhalten ihres Gatten zutiefst gedemütigt wurde, fleht beim Herzog darum, an der Stelle ihres Mannes sterben zu dürfen. Mit dieser Bitte konfrontiert, gerät Brüggemann ins Wanken, denn der Gedanke, dass sich ein Mensch aus Liebe für ihn opfert, ist für ihn erschütternd. Dennoch wird er hingerichtet und der Herzog sagt seiner Witwe zu, sie wohl versorgt am Hof leben zu lassen. Eine zweite Gesandtschaft nach Isfahan wird geplant, deren Führung nun Hans Arpenbeck übernehmen soll, damit sie endlich zum gewünschten friedlichen Ergebnis führen kann.

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