Das tapfere Schneiderlein

Von Walter Weyers nach einer Erzählung der Gebrüder Grimm   4D 6H - Verw.

Sehr eigenwillige Fassung: Amüsant, rotzfrech und sehr phantasievoll: die Grundzüge des Märchens werden übernommen und gegen den Strich gebürstet, indem die angeblich "Bösen" sehr menschliche Eigenschaften haben und allesamt auf amüsante Weise "überwunden" werden. Vollkommen ohne Brutalität und "Böses".

Hochdeutsch

Anmelden   um Ansichtsexemplare zu bestellen.

Die bekannte Geschichte fröhlich gegen den Strich bürstet Walter Weyers in seiner originellen Bühnenfassung. Eine Freude allein schon sind die Figuren mit ihren sprechenden Namen wie die Gouvernante Fräulein von Piesepampel, das bildungshungrige Wildschwein Rülps oder das sagenhafte Einhorn Alberich von Übel. Der Schneider ist als absoluter Sympathie-Träger angelegt, frisch und frech. Von der Originalgeschichte werden zentrale Stellen übernommen, jedoch zum Teil völlig neu interpretiert. So ist der Riese Isegrimm, von dem man in dieser Fassung nur zwei gigantische Füße zu sehen bekommt, eigentlich ein netter, jedoch einsamer Mann, der seine Riesenbabies Knuff und Knautsch sucht. Auch das Wildschwein hat Motive für seine Wut. Denn eigentlich möchte es nur endlich eine Brille haben, um als gebildetes Schwein ernst genommen zu werden. Als es endlich Freunde findet, wird es freundlich und zahm. Der König hingegen ist derart fett und faul, dass seine Tochter ihn auf Rollschuhen herumschieben muss … Kurz: Wer das Schneiderlein einmal mit anderen Augen sehen will, ist mit dieser rotzfrechen, lustigen wie ideenreichen Fassung bestens beraten. Das tapfere Schneiderlein , Märchen und Kinderstücke 2017 06.03.2017