Das tapfere Schneiderlein

nach dem Märchen der Brüder Grimm von Hans Thoenies   5D 6H - Verw.

Mit viel Witz und Phantasie deutet Thoenies das Märchen, bleibt zwar eng am Original, aber nimmt sich Freiheiten, wo das Märchen entsprechende Leerstellen anbietet. Die Brutalität wird entscheidend abgemildert, die Personen erhalten mehr Charakter. Wichtige Neuerfindungen: das pfiffige Lehrmädchen (als Verbindung zu heute) und die beiden eitlen Prinzen. Schneller, witziger, sehr abenteuerlicher Bilderbogen.

Hochdeutsch

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Eine sehr frische, eigenständige Bearbeitung des bekannten Stoffes liefert Hans Thoenies. Die Handlungs-Eckpfeiler des Märchens sind erhalten, drumherum strickt der Autor viel Spielangebot für die Darsteller. So zum Beispiel das clevere Mädchen, das beim Schneider in die Lehre geht und sich später am Hofe als Page ausgibt, oder die beiden selbstverliebten Prinzen, die um die Hand der Prinzessin buhlen, um eine gute Partie zu machen. Die Riesen entführen die Prinzessin – daher macht sich der verliebte Schneider auf, sie zu retten. Die Riesen töten sich auf des Schneiders Trick hin aber nicht gegenseitig, sondern machen sich dem Schneider untertan. Das Einhorn wird mit Tanz gezähmt, und noch mehr bunte Spielszenen legt Thoenies fröhlich an. Sprachlich hält er sein Märchen eher heutig, zum Teil versieht er es mit umgangssprachlichen Redewendungen; auch die freche, selbstbewusste Prinzessin ist aus der gängigen Märchentradition hinausgewachsen. Dieses schnelle, lebendige Bühnenmärchen verzauberte im vergangenen Dezember das Publikum des TSV Firnhaberau aus Augsburg und sorgte dort für „Beifallsstürme“ (Augsburger Allgemeine; 14.12.2017). Das tapfere Schneiderlein , Märchen und Kinderstücke 2018 27.03.2018