Richard Nelson

Richard Nelson gilt in den USA und in Großbritannien als einer der wichtigsten und originellsten Autoren der Gegenwart. Geboren am 17. Oktober 1950 in Illinois, Chicago, ist er, wie die New York Times 1995 schrieb, ein "bikontinentaler Schriftsteller". Er schreibt vorwiegend in New York - die Uraufführungen finden jedoch häufig in London statt. Seine Werke sind bekannt nicht nur durch viele Theater-Inszenierungen, sondern auch durch Radio, Fernsehen und Kino. Nelson ist ein Autor, der sich aktueller wie historischer Probleme gleichermaßen intensiv annehmen kann, ohne den Unterhaltungswert des entsprechenden Mediums zu vergessen. Aber auch das erfolgreiche Musical "Chess" verdankt Richard Nelson sein Buch. Häufig setzt sich Nelson mit historischen oder politischen Themen auseinander. In "Between East and West" steht ein tschechisches Ehepaar im Mittelpunkt des Geschehens - emigriert von Prag nach New York, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, einem neuen Start, einem neuen Leben miteinander. "Two Shakespearean Actors" nimmt ein historisches Datum als Anlass, sich mit dem Verhältnis England-Amerika zu beschäftigen. Ein amerikanischer und ein englischer Schauspieler werden am gleichen Abend in New York "Macbeth" spielen - eine Tatsache, die zu patriotischen Straßenschlachten führt. Diese gespannte Beziehung der "neuen Welt" zum "Mutterland" England durchzieht Richard Nelsons mehr anzeigen

Richard Nelson gilt in den USA und in Großbritannien als einer der wichtigsten und originellsten Autoren der Gegenwart. Geboren am 17. Oktober 1950 in Illinois, Chicago, ist er, wie die New York Times 1995 schrieb, ein "bikontinentaler Schriftsteller". Er schreibt vorwiegend in New York - die Uraufführungen finden jedoch häufig in London statt. Seine Werke sind bekannt nicht nur durch viele Theater-Inszenierungen, sondern auch durch Radio, Fernsehen und Kino. Nelson ist ein Autor, der sich aktueller wie historischer Probleme gleichermaßen intensiv annehmen kann, ohne den Unterhaltungswert des entsprechenden Mediums zu vergessen. Aber auch das erfolgreiche Musical "Chess" verdankt Richard Nelson sein Buch. Häufig setzt sich Nelson mit historischen oder politischen Themen auseinander. In "Between East and West" steht ein tschechisches Ehepaar im Mittelpunkt des Geschehens - emigriert von Prag nach New York, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, einem neuen Start, einem neuen Leben miteinander. "Two Shakespearean Actors" nimmt ein historisches Datum als Anlass, sich mit dem Verhältnis England-Amerika zu beschäftigen. Ein amerikanischer und ein englischer Schauspieler werden am gleichen Abend in New York "Macbeth" spielen - eine Tatsache, die zu patriotischen Straßenschlachten führt. Diese gespannte Beziehung der "neuen Welt" zum "Mutterland" England durchzieht Richard Nelsons Werk wie ein roter Faden. Auch in seinem neuesten Stück "The General From America" findet sich dieseKomponente wieder: In den Unabhängigkeitskriegen verriet ein amerikanischer General sein Land an die Briten, um den unseligen Krieg zu beenden. Ist er ein Verräter? Oder einer, der - im Gegensatz zu George Washington - seine Vernunft zu gebrauchen wusste? Sein jetzt in deutscher Übersetzung vorliegendes Schauspiel "New England" benutzt diesen Dauer-Streit als Hintergrund-Folie für eine aktuelle, bitterböse Komödie. Als sich der Vater erschießt, versammeln sich seine drei Kinder, sein Zwillingsbruder und seine Freundin im Haus des Toten, um die Situation zu verarbeiten. Alle stammen aus Großbritannien und leben jetzt in den USA, eben in "Neu-England". Hinter aller vorgetäuschten Gleichgültigkeit brodelt ein ständiger Kampf - der Kampf, sich in den USA als Engländer zu behaupten, der Kampf, seine Position zu wahren, der Kampf, sich durch das Geschehen nicht in Unsicherheit versetzen zu lassen. über alles wird geredet - nur nicht über das Motiv des Vaters, sich selbst zu töten. Das ist im Tschechow'schen Sinne ebenso komisch wie bitter, amüsant wie schmerzhaft.

Neu-England   Walsh, Nick 4D 3H 1Dek