Heide Tietjen

Während meiner Berufsjahre von 1949 bis 1984 im heimatfunk von Radio Bremen hatte ich zahllose Hörspielmanuskripte aus den verschiedensten niederdeutschen Dialekten in das hier gebräuchliche bremisch-oldenburgische Plattdeutsch zu übertragen. Dazu gehörten zum Beispiel Texte im ostfriesischem, mecklenburgischem, pommerschem und westfälischem Platt. Später kamen Manuskripte aus dem Insbrucker Dialekt und auch hochdeutsche dazu.
Gegen Ende meiner Tätigkeit im Heimatfunk bekam ich noch die Chance auch Theaterstücke zu übertragen, u.a. aus dem Alemannischen, die seitdem von vielen niederdeutschen Bühnen und laienspielscharen aufgeführt werden.

Bottervagels sünd free   Gershe, Leonard 2D 2H 1Dek Niederdeutsch

En Dood is in Arbeit   Popplewell, Jack / Fruchtmann, Karl 3D 6H 1Dek Niederdeutsch

De 75. Geburtsdag   Pfaus, Walter G. 4D 4H 1Dek Niederdeutsch

Dat Kuppelwief   Wilder, Thornton / Sahl, Hans 7D 9H 4Dek Niederdeutsch

N schöne Bescherung   Hirschle, Monika 4D 4H 1Dek Niederdeutsch

De Sniggenprofesser   Pfaus, Walter G. 4D 5H 1Dek Niederdeutsch

De utlehnte Opa   Pfaus, Walter G. 5D 3H 1Dek Niederdeutsch

Wohen mit de Liek?   Pfaus, Walter G. 5D 4H 1Dek Niederdeutsch

Eine witzig-flotte und ausgesprochen rasante Kriminalkomödie, die auch auf Plattdeutsch absolut mitreißt. So geschehen beispielsweise bei der KLJB Borken-Weseke. Dort gab es schnell „gröhlendes Gelächter“ (Borkener Zeitung; 12.03.2012). „Modern und frech“ nennt der eben zitierte Artikel das Stück zu Recht. Jüngst feierte auch die Osdörper Speeldeel damit eine mehr als gelungene Premiere. „Dank Heide Tietjens niederdeutscher Fassung, die für viel Situationskomik sorgt, ... kam das Publikum wie gewohnt auf seine Kosten.“ (Kieler Nachrichten; 23.03.2014). Und nach den Aufführungen der Theatergruppe Hooksiel hieß es schlicht: ein „Pflichttermin für die Freunde des niederdeutschen Theaters“ (Hooksiel; 31.12.2013). Wohen mit de Liek? , Plattdeutsche Erfolgsstücke 09.06.2014

Familie Rose ist mit dem Geld ein bisschen knapp. Da haben sowohl Vater als auch Mutter eine geniale Idee: Man bietet sich als „Leihfamilie“ für einsame Untermieter an. Da den Interessenten aber mehrere Generationen unter einem Dach versprochen wurden, muss nun schnell ein Großelternteil rangeschafft werden. Kurzerhand „leihen“ sich die Roses den Opa von Freundin Hanna. Doch mit diesem Opa haben sie sich ein recht besonderes Exemplar ins Haus geholt. Schnell wird der Leihopa nämlich zur anstrengenden Alltags-Beigabe, denn er weiß immer, wie er den Deal zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann. Als dann auch noch Willi Roses Mutter auftaucht und just als Oma ins Spiel einbezogen wird, kennt das komödiantische Chaos mit einer Fülle von Situationskomik keine Grenzen mehr ... Seit über fünfzehn Jahren ist diese Komödie nun schon op Platt erfolgreich. Und auch im vergangenen Jahr gab es einige höchst vergnügte Aufführungen, zum Beispiel in Oldenburg, Himmelpforten und Bartelsdorf. De utlehnte Opa , Plattdeutsche Erfolgsstücke 09.06.2014

„Eine ebenso witzige wie für die Schauspieler fordernde Komödie ... ähnlich wie bei einem Loriot-Stück ein schneller Schlagabtausch“, urteilte die Verdener Aller Zeitung (10.04.2012) zu Recht nach der gelungenen Aufführung der Morsumer Speeldäl. Kurz, ein Stück zum „Tränen lachen“. So geschehen zum Beispiel bei der Rhader Landbühne (ZZ; 17.11.2012). De 75. Geburtsdag , Plattdeutsche Erfolgsstücke 09.06.2014

Der Blitz hat in einen Bauernhof eingeschlagen. Doch es gibt noch anderen Krach um das Gemäuer, mit dem so Einige ihre Pläne haben: zwei junge Leute, die am Anfang eines gemeinsamen Lebens stehen; ein alter Mann, der stirbt und doch nicht tot ist, und Onkel und Tante, die sich den Bauernhof mit nicht gerade legalen Mitteln aneignen wollen. Zum Glück ist der treue Knecht weitaus plietscher, als alle dachten ... Das ist ein Stück deftiges, humorvolles Volkstheater ... Oder mit den Worten der OZ vom 29.10.2013 gesprochen: „Was für Typen! ... der Düvelsblitz verfehlt halt seine Wirkung nicht. Eine Meisterleistung.“ (Emden, NDB Friesenbühne). „Krachendes, deftiges Volkstheater ... ein toller Theaterabend, den man gerne auch mehrfach ansehen kann, den man aber mindestens einmal gesehen haben sollte.“ (NDB Friesenbühne, Emden / EZ; 28.10.2013) De Düvelsblitz , Plattdeutsche Erfolgsstücke 09.06.2014

Gerade erst zeigte die Fritz-Reuter-Bühne am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin eine hinreißende Inszenierung dieses Stückes, die beweist, dass diese zauberhafte Liebesgeschichte aus den späten 60ern auch heute noch wunderbar funktioniert. Denn die Grundthemen wie Vertrauen, Verantwortung, Abnabelung und Erwachsenwerden sind so zeitlos wie die Liebe selbst. Auch die niederdeutsche Fassung sprudelt nur so vor Frische, Aktualität und Charme. Darum geht’s genau: Tim Becker wagt das Experiment und zieht zuhause aus. Er will endlich auf eigenen Füßen stehen und sich aus den Fängen seiner überfürsorglichen Mutter befreien. Ein Hindernis bei der Sache aber ist, dass Tim blind ist. Gerade als er sich in seinem spartanischen Zimmerchen gut zurechtfindet, flattert die neue Nachbarin Silvie Tanner in sein Leben. Silvie ist das absolute Gegenteil von Tim: frei, lebenslustig und spontan. Die beiden verlieben sich. Doch die Komplikationen lassen nicht lange auf sich warten. Denn was für Tim ein Quantensprung ist, scheint für die lockere Silvie nur ein Abenteuer von vielen. Und dann mischt sich auch noch Tims Mutter ein, der scheinbar jedes Mittel recht ist, ihn wieder zurück nach Hause zu holen … Das amerikanische Original „Butterflies are free“ feierte Ende der 60er Jahre am Broadway Erfolge. 1972 wurde das Stück mit Goldie Hawn, Edward Albert und Eileen Heckhart verfilmt, die damals dafür den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle gewann. Aus Schwerin hieß es dazu: „Ein bemerkenswertes Theaterstück, spannend, unterhaltsam umgesetzt – so könnte man sie zusammenfassen, die erste Premiere der Fritz-Reuter-Bühne in diesem Jahr, die vom Publikum im Schweriner Theater begeistert gefeiert wurde.“ (OZ; 30.01.2014) Bottervagels sünd free , Plattdeutsche Erfolgsstücke 09.06.2014

Eine kriminelle Boulevardkomödie wie sie im Buche steht. Das gefällt auch in Borken-Weseke bei der KLJB: „Modern und frech kommt das flotte Stück rüber.“ (Borkener Zeitung; 12.03.2012) Wohen mit de Liek? , Mörderisch gutes Theater 06.11.2012