Dennis McIntyre

DER AUTOR

Dennis McIntyre wurde in Detroit geboren und besuchte die University of Michigan wie auch die Carnegie-Mellon University.

1980 wurde sein Stück "Modigliani" off-Broadway im Astor Place Theatre urauffgeführt, 1987 in London.

Sein nächstes Stück "Split Second" wurde 1984 an New Yorks Theatre Four verfasst und später auch in Los Angeles, London, Chicago, Detroit, Minneapolis, Atlanta und Philadelphia gespielt.

"National Anthems" wurde ursprünglich am GeVa Theatre produziert, dann als Workshop am Long Wharf Theatre weiterentwickelt und kam dort 1989 zur Aufführung.

"Established Price" produzierte McIntyre am Philadelphia Festival Theatre und 1990 als Workshop am Long Wharf Theatre.

Er erhielt den Avery and Jule Hopwood Award für Dramatik und Dichtung, MCA Fellowship für Schauspieldichtung, zwei Shubert Fellowships für Schauspieldichtung, wie auch ein Rockefeller Grant für Regie, den Playbill Award für Schauspieldichtung, einen National Endowment für the Arts in Production und den Kennedy Center/American Express Award in Schauspieldichtung.

Dennis McIntyre starb 1990.


EIN VERLUST FÜR DAS THEATER

Ein Nachruf des Theaterkritikers Mell Gussow auf einen Dramatiker, der große Mühe hatte, seine Stücke zur Aufführung zu bringen.

Als Dennis McIntyre vor zwei Wochen im Alter von 47 Jahren an Krebs verstarb, mehr anzeigen

DER AUTOR

Dennis McIntyre wurde in Detroit geboren und besuchte die University of Michigan wie auch die Carnegie-Mellon University.

1980 wurde sein Stück "Modigliani" off-Broadway im Astor Place Theatre urauffgeführt, 1987 in London.

Sein nächstes Stück "Split Second" wurde 1984 an New Yorks Theatre Four verfasst und später auch in Los Angeles, London, Chicago, Detroit, Minneapolis, Atlanta und Philadelphia gespielt.

"National Anthems" wurde ursprünglich am GeVa Theatre produziert, dann als Workshop am Long Wharf Theatre weiterentwickelt und kam dort 1989 zur Aufführung.

"Established Price" produzierte McIntyre am Philadelphia Festival Theatre und 1990 als Workshop am Long Wharf Theatre.

Er erhielt den Avery and Jule Hopwood Award für Dramatik und Dichtung, MCA Fellowship für Schauspieldichtung, zwei Shubert Fellowships für Schauspieldichtung, wie auch ein Rockefeller Grant für Regie, den Playbill Award für Schauspieldichtung, einen National Endowment für the Arts in Production und den Kennedy Center/American Express Award in Schauspieldichtung.

Dennis McIntyre starb 1990.


EIN VERLUST FÜR DAS THEATER

Ein Nachruf des Theaterkritikers Mell Gussow auf einen Dramatiker, der große Mühe hatte, seine Stücke zur Aufführung zu bringen.

Als Dennis McIntyre vor zwei Wochen im Alter von 47 Jahren an Krebs verstarb, waren seine Nachrufe kurz, und vielen war sein Name unbekannt. Bedauer-licherweise wird sein Tod keine Würdigungen am Broadway auslösen, aber sein Werdegang enthüllt einiges über das Leben dieses Dramatikers. Er war ein großartiger Bühnendichter, der sogar das Potential besaß, ein bedeutender Dramatiker zu werden, aber er hatte noch mehr Schwierigkeiten, seine Werke zur Aufführung bringen zu lassen, als viele seiner Berufsgenossen.

Produzenten waren zögerlich und Schauspieler wichen aus, wohl aus Sorge, ob es ihrer Karriere dienlich sei. Inszenierungen seiner Stücke wurden geplant und dann verschoben. Jedes Jahr sollte sein Jahr werden. Während man in New York abwartete, kamen seine Stücke in Rochester, Philadelphia und New Haven auf die Bühne. Wären seine Werke häufiger aufgeführt worden, vor allem in New York, wäre es für ihn Ansporn gewesen, noch mehr Stücke zu schreiben. Wie die meisten Dramatiker, musste er durch andere Aktivitäten für seinen Lebensunterhalt sorgen, beispiels-weise durch Unterrichten.

Zum ersten Mal sah ich eines seiner Stücke im Jahre 1978, in einem winzigen Off-Off-Broadway Theater. Das Stück mit dem Titel "Modigliani" war eine äußerst einfühlsame Studie über die Mühen des schaffenden Geistes, verkörpert durch Modigliani, den klassischen Fall des vernachlässigten Künstlers. Als Modigliani im Stück schrie "Ich muss etwas verkaufen. Irgendetwas. Ich brauche Anerkennung", konnte man den Appell des Dramatikers hören. In einem späteren Interview sagte McIntyre, er habe 12 Jahre gebraucht, um das Stück zur Aufführung zu bringen.

Nach der ersten Laufzeit zog "Modigliani" in ein Off-Broadway-Theater und brachte es zu einem bescheidenen Erfolg. Man könnte meinen, dass Produzenten für sein nächstes Werk empfänglicher gewesen wären. Stattdessen erging es seinem nächsten Stück ebenso. "Split Second", ein schonungsloses, zeitgenössisches Drama um die Gewissenskrise eines schwarzen Polizisten, wurde von fast sechzig Theater und Produzenten abgelehnt. Es kam erst zur Aufführung, als ein Regisseur namens Samuel Barton zufällig im Archiv der Negro Ensemble Company auf das Buch stieß.

In meiner Kritik von "Split Second" drückte ich wieder meine Begeisterung für das Werk McIntyres aus und bedauerte, dass das Stück vom etablierten Theater übersehen worden war. Das war ungewöhnlich für das Werk eines weißen Dramatikers. "Split Second" ist mit einer erstaunlichen Authentizität aus der Sicht eines Schwarzen geschrieben. Zum zweiten Mal zog eines seiner Stücke nach Off-Broadway; die Spielzeit wurde sogar verlängert. Obwohl sich die Tür hinsichtlich seiner Zukunft einen Spalt weit geöffnet hatte, blieb McIntyre jedoch einer der bestbewahrten Geheimtipps unseres Theaters.

Seine nächsten beiden Stücke wurden an Regionaltheatern produziert. "National Anthems", eine vernichtend kritische Auseinandersetzung mit den Moralwerten Amerikas, wurde am GeVa Theatre in Rochester, New York uraufgeführt, wo es von mir und auch von anderen Kritikern gelobt wurde. Während "National Anthems" danach in einer neuen Inszenierung am Long Wharf Theatre in New Haven, Connecticut mit Erfolg aufgeführt wurde, hatte ein weiteres Stück, "Established Price", am Philadelphia Festival Theatre for New Plays Premiere. In diesem, seinem letzten Stück, beleuchtet McIntyre die entmenschlichenden Aspekte einer Firmenübernahme.

Ähnlich, wie bereits bei "National Anthems" wurde "Establish-ed Price" am Long Wharf neu inszeniert, mit Jason Robards in der Hauptrolle. Beide Stücke erhielten Optionen für Broadway, aber keines von beiden wurde zu McIntyres Lebzeiten in New York inszeniert.

Ablehnungen können im Leben eines Dramatikers zermürbend wirken. Stücke werden so schnell zurück geschickt, dass der Dramatiker sich fragen muss, ob der Postbote nicht auch derjenige ist, der das Stück probegelesen hat. Und manchmal nimmt das Warten kein Ende, während das Manuskript auf dem Schreibtisch eines Produzenten vergilbt. Jeder Dramatiker hat mindestens eine solche Horrorgeschichte.

McIntyre hatte ein spezielles Problem, das eigentlich ein Vorzug hätte sein müssen: Seine Stück waren so unterschiedlich. Produzenten wussten nicht, was sie erwarten sollten. Als ich über sein Werk nachdachte, fiel mir eine befreundete Romanschriftstellerin ein, die von ihrem Herausgeber den Vorwurf zu hören bekam, man könne ihre Bücher nicht eindeutig kategorisieren. Als Antwort darauf fragte sie, ob er wolle, dass sie immer wieder den gleichen Roman schreibe. In Bezug auf McIntyres Stücke könnte man den Produzenten dieselbe Frage stellen.

Hätten diese Produzenten tatsächlich Einfühlungsvermögen besessen, wäre ihnen klar geworden, dass all seine Stücke ein gemeinsames Thema haben: Seine tiefe Sorge um den Individualismus, um Menschen, die nach Höherem streben und von den traumatisierenden Einwirkungen der Gesellschaft daran gehindert werden. Seine Stücke sind beflügelt von seinem Talent, Figuren zu zeichnen und von seinen scheinbar einfachen und doch poetischen Dialogen, die immer genau der Rolle entsprechen, ganz gleich ob es sich um die Bewohner der reichen Left Bank handelt, oder um die Obdachlosen von New York. Er hat ein unglaubliches Gespür und ein tiefes Mitgefühl für die Unterdrückten aus allen Schichten.

Letztes Wochenende versammelten sich McIntyres Freunde in der einstigen Aufführungsstätte von "Modigliani", dem Astor Place Theatre, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Langjährige Freunde malten das Bild eines aufgewühlten Jungen und eines ideenreichen Mannes, der als Dramatiker seinen Lebenszweck fand. Eines Mannes, der in die Fußstapfen von Arthur Miller trat, der an der University of Michigan Stücke schrieb und den begehrten Hopwood Prize gewann. Der dann, als er zum Theater ging, auf Hindernisse stieß.

Arvin Brown, der Regisseur von McIntyres letzten beiden Stücken am Long Wharf, sprach von seiner Wut über die Vernachlässigung dieses unterschätzten Künstlers. Er fügte hinzu, dass McIntyre ein "wahrer Mitarbeiter" gewesen sei, ein Dramatiker, der sich von der Zusammenarbeit mit den Schauspielern bei einer Inszenierung nährte. Während wir uns auf die Aufführung seiner Stücke in New York freuen können, bleibt Bedauern über die Stücke die ungeschrieben blieben, weil nicht mehr Theater und Stiftungen die Gelegenheit ergriffen haben, sein künstlerisches Potential zu seinen Lebzeiten zu nutzen.

Obwohl ich McIntyre nur über seine Stücke kenne, trauere ich, wie seine Freunde, um diesen Mann. (Dieser Artikel erschien ursprünglich am 18. Februar 1990 in The New York Times und entstammt dem Programm der britischen Premiere von "National Anthems" am Londoner Old Vic Theatre vom 1. Februar 2005. Deutsche Übersetzung von Terence French)

Siegertypen   French, Terence 1D 2H 1Dek

Arthur Reed ist das, was er selbst als Siegertyp bezeichnen würde. Er ist gerade mit seiner bezaubernden Frau Leslie in eine Stadt-Villa einer gutbürgerliche Vorstadt von Detroit gezogen. Das Haus ist gefüllt mit Möbeln aus Italien, die Musik-Anlage kommt aus Dänemark, das Auto vor der Tür natürlich aus Deutschland. Die beiden sind stolz auf das, was sie sich in ihrem Leben erarbeitet haben und zeigen das ihrem Nachbarn Ben Cook natürlich auch sehr gerne, als dieser sie nach ihrer Einweihungsfeier zu später Stunde überrascht. Schnell ändert sich der Ton. Denn Ben Cook ist kein Anwalt, er wurde gerade aus seinem Job als Feuerwehrmann entlassen und hat weder die finanziellen Möglichkeiten, noch das gesellschaftliche Prestige, sich einen den Reeds ähnlichen Lebensstil zu leisten, obwohl er täglich Menschenleben gerettet hat. Und so fand die Presse zur Deutschsprachigen Erstaufführung im St. Pauli Theater deutliche Worte: „National Anthems ist eine vernichtende, kritische Auseinandersetzung mit den Moralwerten Amerikas“, „erzählt mit den Mitteln einer Komödie, die langsam aus der Bahn kippt“ (Stader/Buxtehuder Tageblatt; 31.01.2007). Das Publikum „spendete viel Applaus“ (Frankfurter Rundschau; 15.02.2007), wie die Frankfurter Rundschau berichtete und weiter stellte man fest: „Schnelles Timing, der boulevardeske Plot und der volle körperliche Einsatz der Darsteller kamen beim Publikum gut an“ (Hamburger Abendblatt; 15.02.2007). Seitdem konnten im deutschsprachigen Raum zahlreiche Bühnen mit diesem Stück begeistern, unter anderem im Wallgraben-Theater Freiburg, wo dem Stück „Großer Premierenapplaus“ (Badische Zeitung; 19.03.2011) zuteil wurde und auch bei Young Boulevard in Nordhorn, dort gab es „langanhaltenden Premierenapplaus“ (Grafschafter Wochenblatt; 02.11.2011). Siegertypen , Drei, zwei, eine(r) geht noch 23.05.2020

01.05.14   Siegertypen   The English Theatre   22081 Hamburg Premiere

14.10.11   Siegertypen   Young Boulevard   48529 Nordhorn Premiere

06.10.11   Siegertypen   Wallgraben Theater   79098 Freiburg Premiere

17.03.11   Siegertypen   Wallgraben Theater   79098 Freiburg Premiere

06.05.07   Siegertypen   Ruhrfestspiele Recklinghausen   45657 Recklinghausen Premiere

13.02.07   Siegertypen   St. Pauli Theater   20359 Hamburg Premiere