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Mariä Verkündigung

(L´annonce faite à Marie)

Geistliches Spiel in vier Akten und einem Prolog von Claudel, Paul Deutsch von Edwin Maria Landau unter Beifügung der Variante für die Bühne
3 Damen,  6 Herren. Nebendarsteller

UA: 1948, Théâtre Hébertot, Paris (letzte Fassung) DSE: 14.10.1967, Schauspielhaus, Düsseldorf

Im historischen Rahmen des Auftretens der Heiligen Johanna entwickelt sich ein geistliches Spiel im fränkischen Mittelalter. Ein schwergläubiger Gutsherr hat zwei ungleiche Töchter: die gottesfürchtige Violaine und die sinnliche, etwas hexenhafte Mara. Violaine wird durch einen Kuss des Dombaumeisters Pierre, dessen Sünde es war, das reine Mädchen einst in einer Aufwallung zu begehren, mit Lepra angesteckt. Damit nimmt sie das Leiden auf sich, verliert ihren Verlobten Jacques an ihre krankhaft eifersüchtige Schwester, zieht sich in eine Höhle in felsiger Einöde zurück und wird schließlich im Zuge des Krankheitsverlaufes des Augenlichts beraubt. Acht Jahre später: Mara kommt während der Weihnachtsvigil, in der Jeanne d’Arc König Karl zur Krönung führt, zu Violaine und bringt ihr verzweifelt ihr totes Kind. Sie fleht ihre Schwester an, eine Wunderheilung am Leichnam zu vollziehen, doch Violaine weist dieses Sakrileg zurück. Festliche Fanfaren kündigen die königliche Krönung an. Kirchenglocken feiern die Geburt Christi. Violaine bittet Mara, ihr aus der Weihnachtsliturgie vorzulesen. Es vollzieht sich die Vereinigung der Transzendenz mit der Diesseitswelt: Das tote Kind erwacht neu geboren mit den blauen Augen Violaines und einem Tropfen Muttermilch auf den Lippen. In einem Anfall von Eifersucht verübt Mara einen Mordversuch. Die sterbende Violaine wird gefunden und in das Elternhaus gebracht. Die Offenbarung naht: In Violaines Willen, dem Herrn zu dienen, erkennt der Vater das Geheimnis der Lehre Christi; Pierre wird geheilt, weil Violaine seine Sünde auf sich nahm; Jacques erkennt die Zusammenhänge der Geschehnisse und bittet die Sterbende um Vergebung; einzig Mara verbleibt in Gottesferne.

Vertretung nur gegenüber Amateurbühnen in Deutschland und Österreich im Auftrag des Verlags Felix Bloch Erben, Berlin

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