Andrew Bovell

Andrew Bovell, geboren in Kalgoorlie/Australien und aufgewachsen in Perth, studierte Drama am Victorian College of the Arts in Melbourne. Er schreibt inzwischen für Film und Theater. Sein Schauspiel "Who's afraid of the Working Class" gewann 1999 den AWGIE (Australians Writers' Guild Award) als bestes neues Stück. Weitere Bühnenwerke: "After Dinner" (1987), "Ship of Fools" (1988), "The Ballad of Lois Ryan" (1987), "Scenes From a Separation" (1995), "Like Whiskey on the Breath of a Drunk You Love" (1992) und "Distant Lights From Dark Places" (1994). Bekannt ist Andrew Bovell auch als Drehbuchautor durch seine Mitarbeit an den Filmen "Head On" und vor allem "Strictly Ballroom" (mit Baz Luhrmann). "Speaking in Tongues" erlebte seine Uraufführung 1996 an der Griffin Theatre Company in Sydney und erlebte seitdem zahlreiche Produktionen, unter anderem in New York, London und Paris. Nach diesem Schauspiel entstand mittlerweile auch der weltweit erfolgreiche und von den Kritikern umjubelte Film "Lantana". Andrew Bovell lebt mit seiner Familie in Adelaide.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Über Generationen und Kontinente hinweg spannt Andrew Bovell den Bogen seines zutiefst beeindruckenden Dramas. Vordergründig geht es um einen Mann, der sich auf die Suche nach seinem Vater macht, der vor vielen Jahren auswanderte. Mit ihm zusammen begibt sich der Zuschauer aber auf eine Reise durch Schuld, Sehnsucht, schicksalhafte Verwicklungen, Verzweiflung und – Vergebung. Bovell baut sein Stück wie eine komplexe Partitur. Wiederkehrende Motive, starke Symbole und zahlreiche Konnotationen werden miteinander verwoben zu einem vielstimmigen großen Schicksalsdrama. – Ein intellektuelles Puzzlespiel und eine zutiefst berührende Geschichte zugleich. Schon die deutschsprachige Erstaufführung am Schauspiel Bonn sorgte für viel Anerkennung beim Publikum und in der Presse. Weitere große Häuser zogen inzwischen nach. Und auch dort gab es viele positive Reaktionen. So lobten beispielsweise die Theaterkritiken-München anlässlich der Inszenierung am Bayerischen Staatsschauspiel: „Es sollen nur drei Attribute aufgezählt werden, warum es eine gelungene Geschichte war. Sie war spannend, weil schon ziemlich früh eine Ahnung davon aufkommt, wie kurios, wie verrückt und unberechenbar das Leben mitunter verfährt. Sie war phantastisch, weil in ihr Bilder zu sehen waren, die eine poetische Entsprechung des alltäglichen Lebens waren und sind. … Und sie war eine gelungene Geschichte, weil sie berührte.“ In Bern zeigte man sich bei den Aufführungen des Stadttheaters ebenso beeindruckt. Die Berner Zeitung sprach am 15.01.2011 von einer „Sogwirkung“ des Textes. Und weiter: „Eine schier unglaubliche Geschichte wird uns erzählt. Dieser Theaterabend lässt einen alles andere als kalt.“ Nicht zuletzt das Staatstheater in Darmstadt machte das hohe Potenzial dieses Stückes nochmal deutlich. So schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 10.10.2011 sehr treffend: „Bovells Familiendrama kommt mit der Wucht einer griechischen Tragödie daher, und es ist beeindruckend zu sehen, wie aus diesem vormodernen Weltmodell absolut gegenwärtiges, spannendes Theater entsteht.“ Das Ende des Regens , Mörderisch gutes Theater 06.11.2012